ATLANTIC
HOTEL
FRANKFURT

Das Europaviertel in Frankfurt am Main wächst nach wie vor. In dem Gebiet westlich von Messe und Bahnhof befindet sich nun ein weiterer Anziehungspunkt mit Strahlkraft: Ein Hochhaus, das mit dem neuen Eingang Süd der Messe Frankfurt kombiniert wird. Das Ensemble wurde von der Gustav Zech Stiftung entwickelt, die Eigentümerin des Hochhauses ist die Sparda-Bank. Der 124 Meter hohe Turm beherbergt neben der Sparda-Bank auch das neue Atlantic Hotel Frankfurt am Main – ein Mixed-Use-Gebäude also und damit eine Typologie, die in den vergangenen Jahren das Entwicklung der Hochhauslandschaft am Main prägt. Olufemi Moser hat die Planung der öffentlichen Bereiche des 4-Sterne-Hotels übernommen, das nach rund drei Jahren Bauzeit im Sommer 2026 fertiggestellt wurde. Das Team von Brumann Innenraumkonzepte als Teil der Zech Group war als Generalunternehmer für den Innenausbau verantwortlich, hat die Hotelzimmer gestaltet und das gesamte Interior ausgeführt.
Drei Funktionen unter einen Hut zu bringen, ist keine einfache Sache. Cyrus Moser Architekten haben dem Sparda-Bank-Tower daher einen besonderen Sockel verliehen, der alle drei Nutzungen erschließt und dessen gemeinsamer Nenner ein riesiger Wolkenbügel ist, unter dem man in das Gebäude hineingeht. Während sich östlich eine große Halle mit Rolltreppe öffnet, an die sich ein überdachtes Laufband mit direktem Zugang zur Messehalle 12 anschließt, gelangt man westlich in ein Foyer, in dem man direkt zu den Aufzügen in den Tower geleitet wird. Sowohl die Sparda-Bank als auch das Atlantic Hotel verfügen über einen separaten Aufzugseingang. Im 2. Stock werden die Gäste an der Atlantic Hotel-Rezeption empfangen. Hier gibt es ein Deli, das auch als Frühstücksbistro genutzt wird. Im Geschoss darüber sind die Konferenzräume untergebracht. Im 4. Geschoss lädt das Restaurant ein, darüber befinden sich die Hotelzimmer. Die Sparda-Bank ist über dem Hotel angesiedelt. Im 19. und 20. Geschoss wird es wieder öffentlich – hier befinden sich der Fitnessbereich und die Skyline Bar.
Mit seinen 20 Etagen und 323 Zimmern sowie Suiten richtet sich das Atlantic Hotel Frankfurt am Main an Messegäste und ein internationales Publikum. Für die Gestaltung der öffentlichen Innenbereiche, also Empfang, Rezeption, Deli sowie Konferenzbereiche, Toiletten und Bar, wählte das Team von Olufemi Moser einen klassisch-modernen Ansatz. Die Materialität, die Farben und auch die Formen nehmen sich zurück. „Eher weniger als zu viel“ war die Devise von Olufemi Moser, denn „die Messe und Frankfurt sind laut genug“. Insgesamt soll sich der Blick der Gäste nach innen richten, für ein Gefühl von Geborgenheit. Unbehandelte Eiche in einem wohligen Ton, hellgraue Terrazzoböden, dezente Golddetails, Schwarz als Kontrast sowie filigrane geometrische Formen vermitteln eine gepflegte Atmosphäre, die internationale Gäste willkommen heißt und in der sich jeder wohlfühlen kann. Die vorwiegend natürlichen Materialien, die erdigen Farben und wohnlichen Möbeln schenken einen sinnlichen Moment und bieten eine Abwechslung zur urban-coolen Welt der Metropole am Main. Das Design der Hotelzimmer wurde von Brumann mit der gleichen Idee eines angenehmen Rückzugortes gestaltet.
Die Herausforderung im ebenerdigen Foyer bestand darin, ein spannendes Entrée zu kreieren, obwohl der eigentliche Eingang des Atlantic Hotels sowie der Sparda-Bank erst einige Geschosse höher liegt. Hier gibt es keinen großen Empfang, sondern der Zugang zu den Aufzügen steht im Mittelpunkt – was oftmals eine fade Angelegenheit sein kann. Um dies aufzubrechen, wählten Olufemi Moser ein kontrastreiches Spiel mit hochwertigen Materialien in eleganter Tonalität und versahen den Deckenspiegel mit einer aufsehenerregenden Lichtskulptur.
Die Rezeption samt Lounge und Deli im 2. Geschoss strahlen italienisch-gediegenen Komfort aus. Weiche Polstermöbel, anregende Textilien, hochwertige Hölzer, Design-Classics gepaart mit grau-meliertem Stein schaffen das adäquate Setting, um sich bei einem Getränk oder Snack zu erfrischen oder sich zum Small Talk niederzulassen. Die Stimmung in hellen Brauntönen wirkt beruhigend und unprätentiös. Die Konferenzräume sind in einer ähnlichen Farb-, Material- und Formpalette gestaltet wie das Deli. Im Gegensatz zu üblichen Konferenzbereichen wirken die Räume wohnlich. Filigrane Raumtrenner und Leuchten bringen einen Touch Zen-Ästhetik hinein.
Das Restaurant ist auf Fine Dining ausgelegt und dementsprechend gehoben ausgestattet. Viel Stoff, weiches Leder, edle Hölzer und markante Steine bieten der Food Experience die passende Bühne und schenken wertvolle Momente. Während das Deli Leichtigkeit ausstrahlt, wirkt hier alles massiver und dunkler – man darf ruhig länger sitzen bleiben. Dieses eklektische Spiel macht den Aufenthalt zum Hochgenuss.
Die Skyline Bar, von der aus man einen Blick auf Frankfurt genießt, ist schwarz wie die Nacht, mit Samtvorhängen, einem steinernen Block als Theke und Kunstgemälden in dunkler Tonalität. Hier an der Bar sitzen, den Abend ausklingen lassen und die Lichter der Stadt zählen – ein perfekter Abschluss eines Besuchstages auf der Messe oder in Frankfurt.
„Wenn man nach einem anstrengenden Tag in das Atlantic Hotel Frankfurt am Main kommt, möchte man sich keine Gedanken mehr über das Interior machen. Es sollte zum Entspannen einladen und selbstverständlich wirken.“
Christian Olufemi, geschäftsführender Gesellschafter und Projektleiter Olufemi Moser





















Foto © Rainer Taepper
Foto © Rainer Taepper
