WOHNHAUS
RAINTALERSTR.
MÜNCHEN

In einer innerstädtischen Baulücke im Münchener Stadtteil Giesing sollte ein Mehrfamilienhaus mit 21 Wohneinheiten und 1.700 Quadratmetern Nutzfläche entstehen, dessen Wohnungen der Bauherr später veräußert hat. Das Umfeld zeigt sich heterogen – mit Gebäuden aus der Gründerzeit, aus den 1970er, 1980er und 1990er-Jahren, mit Dachterrassen und Staffelgeschossen. Wegweisend für das äußere Erscheinungsbild des siebengeschossigen Wohngebäudes, das von 2012 bis 2013 entstand, war das denkmalgeschützte Nachbarhaus, dessen Fassade vom Stil des Art Déco geprägt ist. In Anlehnung daran zeigt unser Entwurf eine dynamische Fassade mit Vor- und Rücksprüngen, Erkern und Loggien. Eine weitere Referenz an das Nachbargebäude sind die Linien, die sich wie Bänder um die Erker und Loggien legen und die Geschosse optisch gliedern. Daneben ist die Fassade durch den großzügigen Einsatz von Fenstern und verglasten Brüstungen von großer Transparenz geprägt. Ursprünglich war die Fassade in Sichtbeton geplant, der Bauherr entschied sich jedoch für Putz. Die Farbgebung war eine Auflage des Denkmalschutzes mit Blick auf das Nachbarhaus – ursprünglich sollten schwarze Bänder die Fassade durchziehen.

Das Mehrfamilienhaus erstreckt sich mit einem L-förmigen Grundriss auch in den Innenhof. Die Wohnungen sind geschossweise als Dreispänner organisiert, das heißt jeweils drei Wohnungen einer Etage teilen sich ein gemeinsames Treppenhaus. Die Hinterhofbebauung ist aufgrund anderer geltender Traufhöhen um ein Geschoss niedriger. Großzügige Grundrisse ermöglichen ein zeitgemäßes Wohnen im urbanen Raum. Die Dachgeschosswohnungen sind als Penthouse-Wohnungen konzipiert. Der begrünte Innenhof kann von allen Bewohner*innen genutzt werden.

Foto © Quirin Leppert

Foto © Quirin Leppert